Urprünglich vermutete auch Freud in der Enge (Angustum - Enge, bedenkliche Lage) des Geburtskanals die Quelle aller Angst. Da aber auch Kaiserschnitt-Geborene Angst zeigten, liess er diese Idee in einem folgenschweren Kurzschluss wieder fallen. Die Psychoanalyse richtete danach zunächst ihr Hauptaugenmerk auf spätere Phasen (z. B. Ödipuskomplex). Otto Rank - in der Schweiz Gustav H. Graber in den dreissiger Jahren - hielten an der Bedeutung prae- und perinataler Ereignisse fest; in England schliesslich entwickelten Frank Lake und Francis Mott Techniken, mit solchen Zuständen zu arbeiten. Arthur Janov ('Urschrei') und Stanislav Grof (holotropes Atmen) entwickelten weitere Möglichkeiten, mit den Energien von Schwangerschaft und Geburt zu arbeiten und so an reale Erinnerungen und archetypische Alternativen heranzukommen.
Eine sehr differenzierte Arbeitsweise mit den Themen von Geburt und Schwangerschaft (und dabei möglichen Traumen) hat William Emerson entwickelt, der auch begann mit Säuglingen gleich nach der Geburt zu arbeiten: Es ist absolut faszinierend zu sehen, wie die Säuglinge - oder Kleinkinder unsere Worte völlig klar verstehen, darauf reagieren und uns zeigen, was sie brauchen. Im Gefolge von William Emerson arbeitet auch Ray Castellino mit Erwachsenen, Kindern und Säuglingen. In einem Interview (engl.) schildert er seinen Weg zur Babytherapie. Er hat bereits etliche Leute in Europa ausgebildet, von denen einige im folgenden aufgelistet sind.
Workshops
zur Verarbeitung von Geburt und vorgeburtlichen Erfahrungen in St.Gallen (CH) und Merdingen (D). Daten: siehe Therapeuten / Region Ostschweiz / Klaus Käppeli. Auskunft: Klaus Käppeli, Praxis für somatische Psychotherapie, St.Leonhardstrasse 4, CH-9000 St.Gallen. Tel. +41 (0)71 223 48 91 / klaus.kaeppeli@bluewin.ch
"Du bist einzigartig" - Vortragszyklus zum Thema Schwangerschaft und Geburt
[Videomitschnitte der Vorträge sind teilweise bereits erhältlich unter www.epics.ch]
Auch wenn physiologische Entwicklungen immer wieder den gleichen Gesetzen folgen, ist und bleibt die Entstehung eines Menschen einzigartig. Im Mittelpunkt steht das Erleben des Kindes und seiner Eltern. Die Abende befassen sich mit Zeugung, Schwangerschaft, Geburt, chirurgischen und chemischen Interventionen und mit dem Bonding, der tiefen Verbindung zwischen Eltern (besonders der Mutter) und ihrem Kind. Welche Lehren zieht das Kind für sein Leben und wie können Bezugspersonen das Kind bei der Verarbeitung schwieriger Erfahrungen unterstützen? Diesen und anderen Fragen wollen die Vorträge den Raum öffnen und den Anliegen der Anwesenden besonders Rechnung tragen. Videobeispiele aus der eigenen Praxis werden die Erfahrung des Kindes veranschaulichen.
Zielgruppe: Eltern, Grosseltern, Hebammen, Ärzte, Therapeutinnen, Therapeuten, Kinderkrankenschwestern, Früherzieherinnen, Beraterinnen und Berater von Elternberatungsstellen und andere Bezugspersonen des Kindes
Vortrag 1: Schwangerschaft – Trainingsfeld des Lebens
Donnerstag, 4. Februar 2010, 19.30, Kempten im Allgäu
Donnerstag, 26. August 2010, 19.00, Basel
In der Schwangerschaft, dem Trainingsfeld des Lebens, bereitet sich das Kind auf die Herausforderungen im Leben nach der Geburt vor. Wie aber müssen die Trainingsbedingungen sein, mit welchen Einflüssen und Gefahren muss das Kind rechnen, wie kann es davor geschützt werden und wie können Eltern das Kind unterstützend durch diese Zeit begleiten? Diesen Fragen will der Vortrag nachgehen und auch Themen wie Stress, pränatale Diagnostik und künstliche Befruchtung etwas näher unter die Lupe nehmen. Es geht darum, die Ereignisse aus dem Blickwinkel des Kindes zu sehen. Was lernt das Kind bereits im Mutterleib über das Leben draussen? Bereits Ungeborene sind sehr sensitive, schnell lernende und kompetente Wesen. Was lernen Ungeborene von uns Erwachsenen und was können wir von ihnen lernen?
Vortrag 2: Die Kaiserschnittgeburt im Erleben des Kindes
Donnerstag, 25. Februar 2010, 19.30, Kempten im Allgäu
Donnerstag, 23. September 2010, 19.00, Basel
Geburten werden heute zunehmend durch chemische oder chirurgische Eingriffe unterstützt oder begleitet. Hier ist in erster Linie die Kaiserschnittgeburt zu erwähnen. Im Mittelpunkt stehen meistens die Mutter und das behandelnde Team. Doch wie erlebt das Kind diesen Eingriff? Was lernt es dabei für sein Leben? Wie können Eltern und Kind vermeiden, Erfahrungen einer Kaiserschnittgeburt später im Leben zu wiederholen? Diesen und anderen Fragen will der Vortrag nachgehen.
Vortrag 3: Zange oder Vakuum: Was erfährt das Kind dabei?
Donnerstag, 28. Oktober 2010, 19.00, Basel
Nebst der Kaiserschnittentbindung zählen Saugglocken- und Zangenentbindung zu den weiteren chirurgischen Eingriffen. Kinder machen dabei ihre Erfahrungen und nehmen diese wie Glaubensgrundsätze mit in ihr Leben. Im Vortrag geht es darum, solche Erfahrungen kennen zu lernen und aufzuzeigen, wie Eltern und andere Bezugspersonen das Kind in der Verarbeitung der traumatischen Erfahrung unterstützen können.
Vortrag 4: Bonding – das Tor zur Welt der Beziehungen
Donnerstag, 25. November 2010, 19.00, Basel
In diesem Vortrag setzen wir uns mit den Anfängen des Bondings, der seelischen Bindung zwischen Mutter und Kind, auseinander. Es wird gezeigt, wie frühes Bonding die Beziehungsfähigkeit des Kindes in seinem späteren Leben beeinflusst. Der bedeutendste Teil des Abends wird sich jedoch mit der Frage befassen, wie wir Mutter und Kind in diesem Bindungsprozess unterstützen können, besonders wenn dieser Prozess aus irgendwelchen Gründen gestört wurde. Der Abend soll Fragen aufwerfen und beantworten helfen. Er will aber auch praktische Hilfe anbieten.
Referent: Klaus Käppeli-Valaulta, lic.phil I, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP,
Praxis für somatische Psychotherapie
St. Leonhardstrasse 4, CH-9000 St.Gallen
BILD oben Leonardo da Vinci, Anatomische Studien, um 1513, Windsor Castle, Royal Art Collection
BILD rechts [Ausschnitt] Simon Harrison, London 'Conception - Rebirth of the female Spirit'
AKTUELL:Embodiment in der Psychotherapieab 9. Juli 2010 und andere Termine
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Vortragszyklus zu Schwangerschaft und Geburt
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