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Körperpsychotherapie in Zitaten




Die verschiedenen Formen von Körperpsychotherapie (beispielsweise Biosynthese, integrative Körperpsychotherapie, Bioenergetik) gründen alle in der bahnbrechenden Arbeit von Wilhelm Reich.

Charles R. Kelly schreibt:

Therapeutische Arbeit nach Reich ist Arbeit am Körper und mit den Gefühlen. Sie wurzelt in zwei hauptsächlichen Entdeckungen Wilhelm Reichs. Die erste ist der Muskelpanzer, die chronischen Verspannungsmuster im Körper, die für blockierte Gefühle verantwortlich sind. Die zweite ist die im Körper fühlbare Lebensenergie, die als überbrückendes Konzept zwischen dem Panzer und dem blockierten Gefühlen dient. Der Muskelpanzer ist objektiv, „von außen“ beobachtbar, physisch, „Körper“; das Gefühl ist subjektiv, nicht von außen beobachtbar, "Psyche“. Das Konzept der körperlichen Lebensenergie überbrückt die Kluft zwischen Körper und Psyche. Der Fluss der Lebensenergie im Körper wird als Empfindung, als Gefühl erfahren und in Spontanbewegungen des Körpers ausgedrückt. Der Muskelpanzer hemmt den Lebensenergiefluss und blockiert dadurch das Gefühl.

Diese Entdeckungen von Reich lösen tatsächlich das Leib-Seele-Problem, das die Philosophie 2000 Jahre lang geplagt hat. Reichianische Arbeit wurzelt im Verständnis der Lebensenergie als körperliche Grundlage von Gefühlen und Gefühlsblockierungen und der Eigenschaften der körperlichen Lebensenergie, wie Pulsation, Ladung, Verspannung und emotionale Blockierung.

Wie äussert sich nun die Lebensenergie und wie entstehen Blockierungen? David Boadella schildert das Beispiel der Atmung:

Im Stadium der Gesundheit kann beim unbeschadeten Körper gesehen werden, dass er während der Atmung sanft in einer wellenartigen Bewegung pulsiert. Wenn wir irgend ein gesundes Tier oder Kind beim atmen beobachten, können wir sehen, dass die Atmung volle Bewegung in die Brust und den Unterleib bringt. Eines der ersten Dinge, die ein Kind jedoch lernt, wenn es genötigt wird, ein Gefühl zu unterdrücken, ist, wie man den Atem kontrolliert. Diese Kontrolle dient dazu, die körperlichen Prozesse dem Verstand unterzuordnen, der nun bestrebt ist, die Konflikte zu vermeiden, die durch einen offenen Ausdruck der Gefühle in repressiven Familien erfolgen müssen.

Aber nicht nur die Atmung, auch die anderen rhythmischen Prozesse des Körpers (z. B. Herzschlag, Kreislauf, Verdauung und Sexualität) können beträchtlich gestört werden. David Boadella beschreibt:

Wenn ein Tier durch irgendein Ereignis oder Objekt seiner Umwelt bedroht wird, entsteht ein Spannungszustand, und es reagiert auf die Bedrohung wie auf einen Notfall. Wenn der Körper durch das Nervensystem mobilisiert worden ist, es mit dem Ernstfall aufzunehmen, gibt es für gewöhnlich zwei mögliche Reaktionen, die wir als Kampf oder Flucht zusammenfassen können. Wenn es dem Tier gelingt sich vor der Bedrohung zu retten, indem es angreift oder flieht, hat es die Notlage erfolgreich bewältigt und kann anschließend zu seinem normalen rhythmischen Zustand zurückkehren. Die Störung war vorübergehend und akut....
Jeder fehlangepasste Mensch lebt nun aber so, als sei er dauernd in einer Notsituation. Deshalb ist sein Spannungszustand und die Überaktivität des sympathischen Nervensystems, die ihn aufrechterhält, chronisch geworden. Nur durch die Auflösung der Blockaden die das freie Fließen der Bewegungen verhindern, können wir den Menschen die Möglichkeit zurückgeben, sich ihrer Umwelt in einer zweckmäßigen Weise zu nähern. Was diese Menschen mehr als alles andere brauchen, ist, dass sie sich entspannen können, das ist es, was ihnen fehlt. Wenn ein Mensch, der jahrelang seine Wutgefühle aufgestaut hat, aufgefordert wird, sich zu entspannen, kann er es nicht, denn er muss sich zusammen nehmen, um seinen Ärger zu zügeln.. Wenn ein Kind die Spannungen unausweichlicher Stress-Situationen durch Weinen loswerden kann, ist der Stress erträglicher. Den neurotischen Erwachsenen ist diese Möglichkeit verstellt.

Was heißt das nun für die Therapie?. Jack Lee Rosenberg, Marjorie Rand und Diane Asay halten fest:

Wir haben sowohl bei unseren persönlichen therapeutischen Erfahrungen als auch bei unserer Arbeit festgestellt, dass es notwendig ist, die verschiedenen Aspekte des Menschen - nämlich Verstand, Körper, Gefühle und Seele - zu integrieren. Unser Erfolg rührt aus der Erkenntnis, dass das Wesen des Menschen, sein innerstes Selbst, im Körper verankert ist und dass psychische Probleme nur mit sehr begrenztem Erfolg behandelt werden können, wenn der Körper ignoriert wird.
Und David Boadella erläutert:
In der Therapie müssen wir den Menschen helfen, ihren verborgenen Zorn, Kummer, Angst und Sehnsüchte zu erfahren und sie in den Therapiesitzungen so stark wie möglich auszudrücken. Nur dann wird es ihnen möglich, eine echte Fähigkeit zur Freude und den rhythmischen lustvollen vitalen Funktionen zurückzugewinnen.






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